Der Rettungsfaden

Manchmal muss man ein Strickwerk ein Stück aufribbeln. Sei es, weil man einen Fehler entdeckt hat, sei es, weil der Musterwechsel nicht gut aussieht oder ein Pulli zum Beispiel zu kurz geraten ist. In all diesen Fällen hilft der Rettungsfaden. Wie Ihr damit arbeitet, erkläre ich Euch hier.


Bei meinem Seelenwärmer stehe ich gerade vor der Frage, ob er lang genug ist. Da ich mir nicht sicher bin, ziehe ich jetzt einen Rettungsfaden ein und stricke dann das Abschlussbündchen; sollte er sich als zu kurz erweisen, ribbele ich einfach das Bündchen wieder auf und stricke noch ein Stück dran.


Das Problem beim Aufribbeln ist es, die Maschen wieder aufzunehmen und zwar so, dass man hinterher nicht sieht (auch nicht an den Randmaschen), dass geribbelt worden ist. Der Rettungsfaden macht das Maschen wieder aufnehmen ganz einfach.


Idealerweise zieht man (vor allem bei großen Strickstücken und/oder schwierigen Mustern) regelmäßig Rettungsfäden ein, damit man immer unkompliziert auf ein 'Backup' zurückgreifen kann, falls was schief geht, nicht gefällt oder nicht passt.


Wie Ihr einen Rettungsfaden einzieht, erkläre ich Euch im Video. Da ich persönlich bei Erklärvideos Hintergrundmusik hasse und gesprochene Erklärungen auch nicht mag, ist mein Video vollkommen tonlos; dafür hat es kurze Erklärtexte, bei denen Ihr, wenn sie Euch zu schnell gehen, einfach die Stop-Taste drücken und sie in Ruhe lesen könnt. Es ist mein erstes Strick-Video und deshalb noch ein bisschen holperig; bitte seid gnädig mit mir.


Fragen könnt Ihr natürlich sehr gerne stellen.


WICHTIG: Ich stricke linke Maschen verkehrt (und damit sehr viel einfacher als richtig), deshalb liegen sie verdreht auf der Nadel. Bei diesem Video hat das aber keinerlei Bedeutung.


Antworten 8

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  • Du strickst Continental so habe ich es in der Schule gelernt, bis eine mütterliche Freundin mir gesagt hat es wäre falsch, heute weiß ich, es war nicht falsch. Sehr schön gezeigt mit dem Rettungsfaden.

  • Liebe Monika,


    ja stimmt - ich habe auch erst vor einer Weile rausgefunden, dass das gar nicht 'falsch' ist , sondern nur anders. Früher in der Schule habe ich immer eine Fünf für mein Stricken bekommen, weil ich die linken Maschen anders gestrickt habe, aber so hatte es mir meine Oma beigebracht.


    Dass Dir die Rettungsfadenerklärung gefällt, freut mich sehr - Dankeschön 🌷

  • Liebe Ursula,


    das Video ist super und die Erklärung mit dem Rettungsfaden echt toll. Danke schön dafür.


    Die linken Maschen so zu stricken, soll schneller gehen. Das habe ich zumindest schon oft gelesen. Ob ich mich wohl noch umstellen kann?


    Liebe Grüße aus Bockhorn

    Claudia

  • Danke, danke, danke. Ich bin also doch kein Alien, bloss weil meine Maschen andersrum auf der Nadel liegen. Ich habe es auch vor über 50 Jahren so gelernt. Und immer wieder gesagt bekommen: Das ist falsch. LG Ute

  • Liebe Claudia, vielen Dank für Deinen lieben Kommentar 🌸 Die linken Maschen kontinental zu stricken, geht deutlich viel schneller, es braucht viel weniger Arm- bzw. Handbewegung 🙃


    Liebe Utos55, nein, Du bist kein Alien - so kann man auch linke Maschen stricken. Bei manchen Mustern oder zum Beispiel beim rechts Zusammenstricken von zwei Maschen ist es etwas schwieriger, aber das kann man ja auch lösen 🤓

  • Hallo Ursula, jetzt hab ich mir doch tatsächlich extra Dein Video angeschaut, um zu sehen, wie ich stricke ....... UND ...... anscheinend stricke ich auch verkehrt ;) Wuste ich gar nicht, das es dazu noch eine andere Variante gibt. Ich hab ganz am Anfang "einhändig" stricken von meiner Oma gelernt, also nur den rechten Arm bewegt, hab es aber noch geschafft, mich auf zweihändig umzutrainieren - und ja, dabei scheine ich die Continentale Variante gelernt zu haben. Ich persönlich stricke die linken Maschen auch deswegen so, weil man viel weniger Arm- bzw. Handbewegungen benötigt, das merkt man, wenn man mal ein größeres Strickgut hat, was schon mal ordentlich auf die Arme gehen kann.
    Und jetzt kenn ich auch den Rettungsfaden, eine gute Idee, die ich sicherlich beim nächsten größeren Strickgut einsetzten werde, also Danke für den Tipp. LG - Andrea

  • Danke für diesen Beitrag!

    Ich wollte das mit dem Rettungsfaden mal ausprobieren. Der erste Faden war nicht nötig. Dieser wohl schon. Guckt euch das mal an.... ich habe mich gleich zwei Mal am Rand verhaspelt.

    Jetzt kann ich beruhigt das Stück ribbeln.


  • Liebe Andrea, das finde ich ja toll, dass Du auch andersrum links strickst - und das gar nicht wusstest 🤓 Und Du hast völlig recht; die linken Maschen so zu stricken, ist erheblich bewegungssparend und geht lange nicht so auf den Arm wie das angeblich richtige linke Stricken. Und dass Du den Rettungsfadentipp gut findest, freut mich sehr - Dankeschön 🌷


    Liebe Heike, wie klasse ist dass denn, dass Dich der Rettungsfaden gerade gerettet hat 🥳 Mir geht es auch ganz oft so, dass ich die Fäden nicht brauche, aber wenn man sie dann braucht, sind sie da, wenn man sie regelmäßig einzieht. Und das ist einfach wirklich ein gutes Gefühl. Bei mir sieht es gerade so aus (die Farbe stimmt leider überhaupt nicht):



    PS: Das, was man von Deiner Decke sieht, gefällt mir supergut 🤩

  • Auf Deine Meinung und/oder Deine Fragen freue ich mich