Das Ende ist nah

Im Moment verstricke ich einen sehr schönen Farbverlaufsbobbel mit 1.000 Metern Lauflänge zu einem Tuch. Die ersten 950 Meter sind gar kein Problem, aber sobald das Ende des Bobbels in Sicht ist, mache ich schlapp und mich verlässt auf den letzten Metern der Wolle die Lust. Kennt Ihr das auch?


Das Strickstück ist dann schon soweit fortgeschritten, dass man weiß, ob es gelungen ist oder nicht. Man kann schon genau erkennen, wie es fertig aussehen wird und das Gehirn sagt mir dann, dass es auch nicht viel anders aussehen wird, wenn es tatsächlich fertig ist. Und - und ich glaube, das ist das größte Problem - ich muss noch abketten, und das hasse ich.


Inzwischen kette ich alles, was sich nicht wehrt, mit einem iCord ab; das sieht für mich am ordentlichsten, gleichmäßigsten und schönsten aus und es gibt keine Probleme mit zu fest oder zu locker abgeketteten Maschen. Leider geht das nicht immer, aber es geht doch auch an Stellen, bei denen man es nicht vermutet hätte, bei Handstulpen zum Beispiel.


Aber zurück zu meinem Letzten-Meter-Problem: Kurz vor dem Ziel fange ich dann an, die Arbeit wegzulegen und mit etwas anderem weiter zu machen. Da kann es auch schon mal passieren, dass zwischen den ersten 950 und den letzten 50 Metern des Bobbels drei Paar Socken, zwei Babymützen und 130 cm Schal liegen. Irgendwann packt mich dann aber doch der Ehrgeiz und ich stricke das Strickstück zu Ende.


Mein schönes Tuch, das eine Überraschung für die Mutter einer unserer goldigen Schwiegertöchter wird, werde ich aber versuchen, zeitnah fertig zu machen (auch wenn auf meiner Strickfensterbank schon andere Dinge locken), damit ich es dann verschicken kann. Der Bobbel und ich haben so viel zusammen durchgemacht, dass wir die letzten Meter jetzt auch noch schaffen. Hoffe ich.


PS: Manchmal frage ich mich, warum Bobbel extra einen Hinweis haben, wo man ziehen muss, um aus der Mitte raus zu stricken; da ich den Farbverlauf von innen nach außen habe wollte, musste ich von innen stricken. Der großartige Knoten auf dem Bild war nicht der einzige, aber ich habe sie alle aufgedröselt bekommen.

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Kommentare 6

  • Das kenne ich sehr gut. Oft ertappe ich mich dabei, dass ich überlege, ob es nicht schon reicht und ich einfach abketten soll, aber am Schluss, wenn man es dann doch durchzieht, ist man Stolz wie Bolle und freut sich nen Schitzel 🥰🤣

    • Liebe Nadine,


      ganz genau so ist es; man schielt am Ende immer nach einer Abkürzung, ist aber total froh, wenn man sie dann doch nicht nimmt 😇😂

  • Das ist mir auch einmal passiert, da lag ein Projekt über ein Jahr in der Ecke. Seitdem habe ich mir die eiserne Regel auferlegt nur 2 Sachen parallel zu stricken. Wenn ich also viele Ideen habe, muss ich alles schnell fertigstellen damit es weitergeht 😅 Abketten mache ich sehr gerne, aber ich hasse das Fäden vernähen danach 🙈 da ist das stricken vorbei, das finde ich also völlig unnötig 🙈

    • Liebe LiLa,


      Fäden vernähen mag ich auch gar nicht; da bin ich immer froh, dass man bei Bobbeln nur zwei zu vernähen braucht 😇😂


      Ich habe oft vier und mehr Projekte in Arbeit, aber sie werden auch tatsächlich immer alle fertig. Wobei nie mehr als zwei große Projekte dabei sind, alles andere sind dann kleine Sachen wie Socken oder Handstulpen oder Mützen oder sowas.

  • Liebe Ursula,

    dass geht mir auch so, gerade wenn man erahnen kann, dass eh nichts aufregendes mehr hinzu kommt.

    Aber aufgeben ist keine Option!!

    • Liebe Alex,


      ja stimmt, man kennt dann schon alles 😶🧶 Und nein, aufgeben gibt es nicht - nur kleine Pausen 😂