Entdeckt hat das Helion von Ursa Major Knits meine Freundin Dagmar. Per Facebook-Messenger kam eines Tages ein Link zur Anleitung des Schaltuches bei Ravelry (hier, nur auf Englisch) mit der Frage: Wäre das nicht was für dich?
Und wie es das war! Ich bin sofort auf Wollsuche gegangen und habe das Tuch auf meine Liste gesetzt, aber nach ganz oben. Es war genau so, wie ich es mag: Bunt, fröhlich und ein bisschen verrückt. Wobei mir sofort klar war, dass ich es nicht nur aus zwei Farben stricken wollte, sondern aus vieren, damit es auch wirklich richtig bunt wird.
Zuerst zeige ich Euch das fertige Tuch und dann erzähle ich Euch alle Einzelheiten. Als wir die Fotos draußen gemacht haben, war es (wie man auf dem zweiten Bild gut sehen kann) ziemlich windig.
Gestrickt wird das Helion aus Garn in 4fach-Sockenwollstärke und mit Nadeln in 2,5. Ich habe bei allen möglichen Sockenwollenherstellern geschaut, was deshalb ein bisschen schwierig war, weil ich für das Tuch unbedingt Wolle mit einem ordentlichen Baumwollanteil haben wollte. Es gibt zwar einige Anbieter, die Sockenwolle mit Baumwolle anbieten, aber meistens in Farben, die mir für dieses Tuch nun wirklich überhaupt nicht gefielen. Ich wollte ein fröhliches Farbverlaufsgarn haben mit nicht zu kurzen, aber auch nicht zu langen Farbwechseln und dazu passend drei leuchtende Uni-Garne.
Fündig geworden bin ich bei Supergarne, für das Farbverlaufsgarn bei Aktiv Cotton Rainbow und für die Uni-Farben bei Aktiv Fine Cotton. Beide Qualitäten gibt es in tollen Farben und ich habe angefangen, mit ihnen ein bisschen zu spielen, damit ich mir das Tuch in ‚meinen‘ Farben vorstellen konnte. Ich habe eine Schemazeichnung des Tuches aus Ursas Anleitung genommen und sie mit meinen Farben gefüllt. Ursa ist damit einverstanden, dass ich Euch ihre von mir umgewandelte Schemazeichnung zeige - vielen lieben Dank dafür. Ich war vom Ergebnis so begeistert, dass ich die Wolle direkt bestellt habe.
Die Anleitung ist auf Englisch, aber ich bin gut damit klar gekommen, obwohl mein Englisch ja bekanntlich eher deutlich ausbaufähig ist. Meine Tricks, wie ich mit englischen Anleitungen umgehe, habe ich Euch hier verraten. Ursa erklärt wirklich alles ganz genau; am Ende der Anleitung sind auch bebilderte Schritt-für-Schritt-Erklärungen für etwas kompliziertere Techniken.
Zum nebenbei stricken ist das Helion nicht geeignet; keine der Zacken ist wie die andere und man muss tatsächlich jede einzelne Reihe nach der Anleitung stricken. Sie enthält eine ausgeschriebene und ein Chart-Version. Ich hatte die ausgeschriebene Version (mag ich lieber als Charts) auf dem Tablet auf und auf dem Handy einen Reihenzähler, so ging es prima und ich wusste immer, wo ich gerade bin.
Das Original-Tuch besteht nur aus zwei Farben und Ursa nimmt die jeweils nicht aktive Farbe mit hoch, auch über die breiten Streifen. Sie erklärt dazu eine Häkeltechnik, die gleichzeitig eine kontrastfarbige Schmuckkante ergibt. Diese Technik habe ich allerdings nicht angewendet, da ich ja vier Farben hatte, die ich jeweils bei Teil 1 (das ist der mit den breiten Uni-Zacken) nach ihrem Einsatz abgeschnitten habe. In Teil 2, der als Hauptfarbe die Farbveraufswolle hat, habe ich diese über die schmalen Uni-Streifen auf der Rückseite mitgenommen; die Uni-Fäden habe ich auch abgeschnitten.
Alle abgeschnittenen oder neu angesetzten Fäden habe ich nach der Methode von Stephen West direkt eingewebt, so dass ich nur die Anfangs- und Endfäden vernähen musste. Ein Video zur ‚Weavin‘ Stephen-Technik‘ findet Ihr hier. Es ist auf Englisch, aber nur durch das Gezeigte trotzdem sehr gut verständlich. Ich webe allerdings (anders als Stephen West) immer nur einen Faden ein; zwei auf eimal wird mir zu knubbelig. Meine Rückseiten sehen wie auf den folgenden Bildern aus. Auf dem Bild links sind beim Farbwechsel beide Fäden in zwei Hinreihen nacheinander eingewebt, beim rechten Bild nur einer; der Farbverlaufsfaden läuft weiter. Da die Ansätze nicht auf beiden Seiten der Spitzen parallel sind, muss der Faden manchmal schief laufen.
Das fertige Tuch ist nach Baden und Spannen ca. 200 x 48cm groß; es wiegt 321g.
Es hat unglaublichen Spaß gemacht, das Tuch zu stricken und ich muss sagen, ich liebe es. Die wenigsten Tücher, die ich stricke, bleiben ja bei mir, aber dieses gebe ich nicht her - es ist genau so, wie ich ein Tuch für mich mag.
Zum Schluss habe ich noch drei Fotos für Euch, die während des Strickens entstanden sind. Ich finde sie schon alleine wegen der Farben schön und sie zeigen, was das wunderbare Helion selbst im noch unfertigen Zustand für ein Hingucker ist.
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