Ursula
Broken Seed-Socken à la Gumgum
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28. Juli 2025 um 15:57 -
- Mit Erklärung der Stricktechnik
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Sandra ist die Tochter meiner Freundin Dagmar. Anfang März hat sie für unseren im Moment noch jüngsten Enkel (nicht mehr lange!) namens Dino einen unglaublich goldigen Dino gehäkelt; ich hatte Euch hier davon erzählt. Als Dankeschön hatte sie sich ein Paar Socken im Broken Seed-Muster gewünscht; die habe ich ihr natürlich sehr gerne gestrickt.
Das Broken Seed-Muster ist ein ganz einfach zu strickendes, aber optisch sehr effektvolles Muster, das man überall im Internet finden kann. Ich weiß leider nicht, wer es ursprünglich erfunden hat, sonst würde ich einen Link setzen. Es wird mit zwei verschiedenen Knäulen in Ringeln gestrickt, die jeweils eine Runde breit sind.
Sandra hatte sich als Wolle das Unikat Mai 2020 von Tausendschön ausgesucht, eine Wolle in Rosa mit bunten Akzenten, und dazu die Meilenweit von Lana Grossa in einem Uni-Rosaton. Auf dem Bild rechts (auf Smartphones wahrscheinlich unter diesem Textblock) erkennt man bei genauem Gucken die beiden unterschiedlichen Wollen.
Ich mag Farbwechsel in Strickstücken gar nicht (an den Rändern ist es kein Problem); es gibt immer Farbübergänge und/oder -leitern; man sieht die Wechselstellen (vor allem bei so schmalen Ringeln) sehr genau. Auch Musterwechsel im Strickstück finde ich problematisch. Es musste also eine andere Lösung her und ich bin auf Gumgum-Socken verfallen. Das war die Kurzform dieser Entwicklung. Die Langform, falls sie Euch interessiert, findet Ihr hier.
Das Ergebnis ist dieses: Ein Paar Broken Seed-Socken ohne jeden Übergang, weder farblich noch mustermäßig. Ich habe mich riesig gefreut, dass Sandra die Socken gefallen haben.
Nach den Bildern erkläre ich Euch, wie ich das Broken Seed-Muster à la Gumgum gestrickt habe.
Foto: Dagmar Ehnert
Foto: Dagmar Ehnert
Foto: Dagmar Ehnert
Broken Seed ist ein ganz einfaches Muster, das - wie oben schon erwähnt - mit zwei verschiedenen Knäulen gestrickt wird; die Knäuel werden jede Runde gewechselt. Nach diesem Wechselprinzip werden auch Gumgums gestrickt und genau das habe ich mir zunutze gemacht.
Hier findet Ihr mein ausführliches Video-Tutorial, wie man Gumgum-Socken strickt; es ist die Grundlage für Broken Seed-Socken à la Gumgum:
Beim Broken Seed-Muster habt Ihr zwei Möglichkeiten. Eine der Farben legt sich wie ein Gitter über die andere Farbe - welche Farbe das Gitter bildet und welche darunter liegt, bestimmt Ihr.
Grundsätzlich geht das Muster wie folgt:
- 1. Runde: Farbe A glatt rechts
- 2. Runde: Farbe B 1re 1li im Wechsel
- 3. Runde: Farbe A glatt rechts
- 4. Runde: Farbe B 1li 1re im Wechsel (also genau versetzt zu Runde 2)
- Immer wiederholen
Hier kommt ein Erklärbild; bei dem Musterstück hatte ich als Hauptfarbe ein dunkles Türkis und als Kontrastfarbe Wollweiß:
- Bei Mustervariante 1 bildet das dunkle Türkis das Gitter und Wollweiß den Hintergrund.
Hier strickt Ihr die glatt rechten Runden in dunklem Türkis (Hauptfarbe), die 1re 1li- und 1li 1re-Runden in Wollweiß - Bei Mustervariante 2 bildet Wollweiß das Gitter und das dunkle Türkis den Hintergrund.
Hier strickt Ihr die glatt rechten Runden in Wollweiß (Kontrastfarbe), die 1re 1li- und die 1li-1re-Runden in dunklem Türkis.
Ihr müsst Euch also vorher überlegen, welche Farbe die Gitterfarbe und welche der Hintergrund sein soll.
Das Strickprinzip übertragt Ihr jetzt auf die Gumgum-Technik. Ihr strickt wie im Gumgum-Tutorial erklärt, nur dass Ihr bei der einen Farbe 1re 1li abwechselnd strickt, die andere Farbe aber immer glatt rechts.
Um Musterübergänge zu vermeiden, strickt Ihr auf Nadel 4 in der ersten Runde nach dem Bündchen die beiden letzten Maschen zusammen, so dass ihr auf Nadel 4 eine Masche weniger und insgesamt eine ungerade Maschenanzahl habt. Dadurch könnt Ihr das 1re 1li-Muster fortlaufend stricken und es ist trotzdem immer versetzt. Da das ein bisschen schwierig zu erklären ist, habe ich zwei Bilder gemacht, die hoffentlich selbsterklärend sind:
Die abgenommene Masche nehmt Ihr in der ersten Fersenreihe am Ende von Nadel 4 wieder zu. Nach der Ferse strickt Ihr das Muster nur noch über den Fuß weiter (Nadeln 2 und 3).
Das ist das ganze Geheimnis. Es hört sich ein bisschen kompliziert an, ist es aber gar nicht. Im Gegenteil, die Socken machen richtig viel Spaß.
Wenn Ihr Fragen habt, meldet Euch gerne in den Kommentaren.
PS: Bitte wundert Euch nicht über Osterhasenwäscheklammern und Frühlingsblumen auf den Fotos. Ich habe die Socken deutlich vor Ostern gestrickt, es aber bisher nicht geschafft, sie online zu stellen, weil ich vorher das Gumgum-Tutorial machen wollte - und das hat leider gedauert. So gibt es also Tulpen und Osterhasen Ende Juli. Öfters mal was Neues.
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