Wie meine Strickroutine völlig durcheinander gewirbelt wurde
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19. Dezember 2025 um 10:59 -
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Seit ich denken kann, habe ich eine Nickelallergie, aber ein großes Problem war sie nie. Mit einigen Metallnadeln konnte ich trotzdem stricken, zum Beispiel meinen heißgeliebten Nadelspitzen von ChiaoGoo oder den Nadelspielen von Zing - beides hatte ich in (fast) allen Größen und Längen. Außerdem reagiere ich noch allergisch auf alles mögliche andere, vor allem Pflanzen (zum Beispiel Kamille - ja sogar dagegen kann man allergisch sein) und diverse Nahrungsmittel.
Mitte diesen Jahres hatte ich immer wieder Allergieschübe in mir bis dahin unbekanntem Ausmaß, die ständig schlimmer wurden. Vor allem meine Hände waren betroffen, so dass ich phasenweise nicht stricken konnte. Vor lauter Verzweiflung habe ich überlegt, mal die Metallnadeln wegzulassen und nur mit Holz zu stricken; einige Holznadelspitzen hatte ich zum Glück. Meine Hände besserten sich rasant. Ich habe dann nochmal die Gegenprobe gemacht und wieder mit Metall gestrickt und die Hände wurden wieder schlimmer.
Ich habe also alle meine Metallnadeln aussortiert und verschenkt. Ich war so traurig, aber es musste einfach sein. Inzwischen habe ich schon einiges an Holznadeln gesammelt, wobei ich da noch in der Ausprobierphase stecke - Holznadeln sind je nach Marke völlig unterschiedlich, habe ich festgestellt.
Die Hände wurden besser, aber richtig gut wurden sie nie. Also musste da noch was sein, auf das ich reagiere. Ich habe einige Versuche unternommen und schließlich den Hautarzt meines Vertrauens eingeschaltet. Mit dem Ergebnis, dass ich mit fast keiner Wolle mehr stricken kann. Problemlos geht nur Merino/Schurwolle, Baumwolle und Synthetik. Mohair, Alpaka, Kaschmir, Yak, Seide, Leinen, Flachs und einiges mehr gehen nicht, auch nicht in kleinen Anteilen im Garn. Toll.
Besonders interessant fand ich, dass ich mit Industriefärbungen überhaupt keine Probleme habe, also mit der gängigen Wolle (natürlich nur in dem Material, das ich vertrage) der großen Marken. Dagegen reagiere ich zum Teil heftig auf viele Pflanzenfarben oder auch auf einige sonstige Handfärbungen. Natürlich nicht auf alle Pflanzenfarben, aber bei zehn Proben habe ich auf sieben reagiert.
Für mich bedeutet das: Gestrickt wird nur noch mit Holz. Und mit Schurwolle/Merino, Baumwolle oder Synthetikgarn, alles industriegefärbt. Das ist eine ziemliche Einschränkung, aber ich werde mich daran gewöhnen. Normalerweise habe ich meistens einen Bogen um Synthetikgarn gemacht, aber das muss ich ändern, wenn ich zumindest ein bisschen Auswahl haben möchte. Zum Testen habe ich mir direkt ein schönes Synthetikgarn von Hobbii bestellt (Teatime XL in der Farbe 12 Peppermint) und stricke daraus das Tuch Woodland Retreat von Lisa Hannes/Maliha Designs; die Anleitung findet Ihr hier.
Festgestellt habe ich, dass sich zumindest dieses Synthetikgarn nicht gut mit Bamboo-Nadeln von ChiaoGoo stricken lässt und auch nicht mit Lykke-Nadeln (Blush oder Indigo), aber die Symfonie-Nadeln von KnitPro gehen super.
Ich werde mich durchwurschteln und in der nächsten Zeit viel ausprobieren (müssen).
PS: Zum Glück reagiere ich nicht auf die schöne handgefärbte Merino-Sockenwolle meiner Freundin Nicole; auf ihre Wolle zu verzichten wäre mir sehr schwer gefallen.
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